Leipziger Buchmesse 2010

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Mrz 262010
 

Dieser Beitrag wurde von Noctifer verfasst

 

Die Leipziger Buchmesse 2010 kann man mit einem simplen Wort zusammen fassen: Gigantisch.

Nicht nur Besucher, sondern auch Autoren tummelten sich in den Hallen des Leipziger Messegeländes und drängten sich dicht an dicht durch die Gänge. Während Cosplayer meine ganze Aufmerksamkeit beanspruchten, besuchte Eosphoros die Lesungen der deutsprachigen Meisterautoren des Fantasy-Genre.

Mit Wolfgang Hohlbein, Markus Heitz und Bernhard Hennen erfreuten die wohl bekanntesten Autoren der deutschsprachigen Fantasyszene ihre Leser und Fans. Während der „Langen-Heyne-Fantasynacht“ gaben sich zusätzlich Boris Koch, Victoria Schlederer, Christoph Hardebusch und Oliver Dierssen die Ehre.

Hier der Bericht meiner lieben Eosphoros, der ich tausend Mal zu danken habe. Demnächst folgt mein Bericht über dezent ungünstige Aussichten unter den Rock von Sailor Moon, visuelle Reizüberflutung bedingt durch bunte Kostüme und besagte Aussicht unter Sailor Moons Röckchen und kreischende, treppauf und treppablaufende Teenies.

Folgender Bericht ist, wie schon erwähnt, von Eosphoros verfasst worden:

Freitag

Wolfgang Hohlbein „Die Wolf-Gäng: Das Haus der Geister

Den Vater der deutschen Fantasy möchte ich ihn mal nennen ohne eine Wertung vorzunehmen, denn es ist nun einmal eine Tatsache, dass niemand an Herrn Hohlbein vorbeikommt, wenn es um die deutsche Fantasy geht. Ich bin kein Fan von ihm, mochte allerdings seine ersten Hexer-Bände und gestehe gerne, dass ich von den ersten 30 Seiten seiner Einzel-Autoren-Bücher stets angetan bin, sich das Interesse dann jedoch in Luft auflöst, leider.

Am Freitag stolperte ich geradewegs in die Lesung Wolfgang und Rebecca Hohlbeins hinein. Vater und Tochter Hohlbein lasen aus „Die Wolf-Gäng: Das Haus der Geister“. Ich habe keine Ahnung, worum es in dem Buch ging, denn leider kam ich ein wenig zu spät. Die Passagen, die ich jedoch lesen hörte, waren sehr amüsant. Ich habe selten so gelacht und so viel Spaß mit einem Hohlbein-Buch gehabt. Mit verteilten Rollen, ich glaube, Rebecca Hohlbein erkannt zu haben, wurde aus dem ersten Buch der „Wolf-Gäng“-Reihe vorgelesen, das noch aus der Feder Wolfgang Hohlbeins stammt. Es ging um Heinzelmännchen und einen Jungen, sowie das Prinzip Höflichkeit und Wünsche, die in Erfüllung gingen, leider, wie es so heißt. Der Junge muss rasch feststellen, dass es durchaus Heinzelmännchen gibt, die nicht nur sein Zimmer renoviert, sondern auch ein sehr feines Gespür für mangelnde Manieren haben.

Ziemlich entsetzt ist der Junge Vlad, dass sogar sein Vater an diese magischen Wesen zu glauben scheint. Er macht sich über seinen Vater lustig und kritisiert die Arbeit der Heinzelmännchen, schließlich hält er ja seinen Vater für den Urheber. Die gescholtenen Gestalten zerlegen auf sehr „fachmännische“ Art und Weise auch sehr rasch den Computer des Jungen. Natürlich nur, um ihm zu helfen. Denn er sucht ja sein liebstes Internetspiel und das ist mit einem Mal wie von Heinzelmännchen-Hand verschwunden. Eine Racheaktion für Kritik an ihrer Arbeit?

Beim Zuhören lag ich beinahe vor Lachen auf dem Boden und war froh, dass es nicht nur mir so ging, sondern auch meiner Begleiterin, einer lieben Freundin, und zwei Damen, die uns direkt gegenüber saßen. Ich habe keine Ahnung, warum wir vier die einzigen waren, die über die gelesenen Passagen so haben lachen müssen, während andere eher schwiegen und stumm zusahen, von zuhören möchte ich nicht reden, denn von Interesse war nichts ihren Augen zu entnehmen. Nun, man weiß ja auch nicht, wie lange sie schon gesessen haben. Eines gleicht sich bei jeder Messe: Die Hallen sind sehr warm, fast schon überheizt, und die selbstverständlich gut besucht.

Sonnabend

Nachdem der Freitag nur eine kurze Stippvisite zur Messe brachte, sollte der Sonnabend recht anstrengend werden.

Markus Heitz: „DrachenkaiserMit sonorer Stimme stellte sich Markus Heitz am Sonnabendvormittag kurz vor und leitete mit angenehmen Phrasen zum Thema seines Buches über, der Fortsetzung zu Mächte des Feuers, und zum Grund für diese Trilogie?

Er erzählte, dass ihn Drachen faszinieren würden und er als Student einmal in der Märchenforschung – super interessantes Thema, dem ich selbst auch nicht abgeneigt bin – den Grimm‘schen Drachen mit dem russischen habe vergleichen müssen. Er beschrieb kurz den Unterschied und kam dann auf die auslösende Idee für Buch, dass die Katholische Kirche 60 (?, ich müsste lügen) Drachenheilige kennt. Heitzens Idee bestand nun darin, die Nachkommen der Drachenheiligen, der gute Georg wird wohl Kinder gehabt haben können, mit den Drachen in der Gegenwart zusammenstoßen zu lassen. Von der Gegenwart wich er rasch ab und ließ seine Handlung in den Zwanziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts stattfinden. Eine sehr interessante Zeit, die bereits die Spuren der Vernetzung und Globalisierung aufweist, wo jedoch die unbekannten Flecken noch vorhanden sind und es durchaus sein kann, dass Drachen Landbesitzer sind und ein umfangreiches Herrschaftsgebiet ihr eigen nennen können. Der Mensch ist noch privat und keineswegs gläsern, sodass geheime Identitäten in dieser Zeit durchaus denkbar sein mögen. Zwar gab es weder Twitter geschweige denn Internet, doch war man bereits mit dem Telefon vertraut und zudem motorisiert.

Er beschrieb seine Faszination von alten Filmen wie „Das große Rennen rund um die Welt“ und „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“, was ich ihm mehr als nur abnehmen konnte. Beide Filme kenne ich und würde in diese Reihe auch noch einen weiteren Klassiker setzen, nämlich den „Clou“. Diese Reihung machte ihn sympathisch und meine Spannung, ihn endlich lesen zu hören, wuchs.

Heitz begann dann auch und schilderte einen Drachen, einen chinesischen goldenen Drachen, der als Kuriosität in scheinbarer Gefangenschaft dem zahlenden Publikum zur Schau gestellt wurde. Der Drache beherrschte die Telepathie und vermochte seinen Geist so lenken, dass nur bestimmte Personen ihn zu hören vermochten. Heitzens Drache ist sehr zynisches Wesen, dessen bissige Kommentare äußerst amüsant sind und mich ab und an schmunzeln ließen. Mit Geschick leitete er dann zur ersten Kampfszene über, vor der wir Zuhörer, die das Buch noch nicht gelesen haben, nicht erfuhren, wie sie ausging … leider. Nur eines war uns klar, der chinesische Drache ist freiwillig in „Gefangenschaft“.

Alles in allem geht es in dem Buch um das altbekannte Streben nach Weltherrschaft. Warum sollten sich hierin Drachen vom Menschen unterscheiden? Es könnte sich durchaus lohnen, Markus Heitzens Werk eines weiteren Blickes zu würdigen.

Bernhard Hennen: „ElfenköniginEmerelle. Sie war die Person, die ich in Die Elfen am meisten gehasst habe. Sie wirkte profillos, langweilig, überheblich und ehrlich gesagt, ich hätte diese Königin am liebsten schütteln mögen, um die Informationen aus ihr herauszubekommen. In Elfenwinter war sie erträglich, da sie dort die meiste Zeit ohne Bewusstsein war und nach ihrem Erwachen eine Art Wandlung in ihre vorgegangen zu sein schien, die sie nahezu human erschienen ließ. Seit Elfenlicht habe ich nur Bedauern und Mitleid mit ihr. Noch habe ich Elfenkönigin nicht gelesen, denn neben diesem stehen viele andere Bücher auf meiner gedanklich fixierten Leseliste, von der physisch greifbaren ganz zu schweigen.

Also war die Neugierde auf „Elfenkönigin“ da. Die Lesungen von Bernhard Hennen sind etwas Besonderes. Er liebt die Gespräche mit seinen Fans, wobei ich den Begriff Leser bevorzuge, und nimmt sich für jede Frage die Zeit, die er für richtig hält. Daher unterteilt er seine Lesungen in drei Abschnitte. Eine kurze Einleitung informiert den Hörer über den Verlauf der Lesung, das Buch, die Vorgeschichte des Buches. Die Lesung an sich dauert knappe zehn bis fünfzehn Minuten, in denen er einen – in seinen Augen – repräsentativen Einblick in die Handlung bringt. In diesem Falle las er über Falrach (einem Charakter der in Elfenlicht gegen Ende auftaucht) und Emerelle, die in einer Stadt versuchen Quartier zu nehmen, in der Elfen nahezu Staatsfeind Nummer Eins sind. Natürlich kommt es zu Verwicklungen und zur Problemen, die sich nicht vermeiden lassen. Emerelle hofft das Wesentliche zu verstehen, auf das sie während ihrer Zeit als Königin nicht hat eingehen können. Sie macht wieder einen Charakterwechsel durch und erscheint damit eigentlich als die Person in Hennens Elfenwelt, die nicht nur ambivalent und polarisierend ist, sondern auch den schwierigsten Weg gehen muss, den der inneren Entwicklung. Es ist alles komplizierter und bei weitem lassen sich die Aspekte seiner Welt nicht in wenige Worte zusammenfassen. Ich denke, dass mit „Elfenkönigin“ eine weitere seiner Elfenwelt offenbart werden wird und das wird sich nicht negativ auswirken.

Hennen hat eine sympathische Art. Er plaudert charmant und lächelt fortwährend. Er weiß aus dem Nähkästchen zu plaudern und das auf eine solch, fast schon intim zu nennende Art, die nur bestätigen lässt, dass ihm seine Leser am Herzen liegen. Obligatorisch war in der sich anschließenden 15minütigen Frage-Zeit, der Wunsch mehr über seinen Helden Nuramon zu erfahren. Für jene, die die Elfen nicht kennen: Nuramon ist ein Elf, der in der Welt der Menschen gestrandet ist, ohne die Möglichkeit zu haben, jemals in seine Heimat zurückzukehren. Er ist unsterblich, solange er sich nicht wirklich schwer verletzt. Unter den Menschen wäre er ein herausragender Schwertkämpfer und er ist ein Romantiker. Romantiker verlieben sich zuweilen und lassen sich auf keine amourösen Abenteuer ein. Daher wird er sich wohl in eine Menschenfrau verlieben und diese dann sterben sehen. Hennens Standard-Antwort: „Den Film gibt es schon, er heißt Highlander und solange mir nichts anderes als das einfällt, wird Nuramon warten müssen.“

Rasch waren die 30 Minuten vorbei. Kurzweilig und anregend.

Lange Heyne-Fantasy-Nacht am Sonnabend

An diesem Abend lasen fünf Autoren, die ich im letzten Jahr schon habe erleben dürfen. Boris Koch, Bernhard Hennen, Victoria Schlederer, Christoph Hardebusch und Oliver Dierssen.

Boris Koch: „Drachenflüsterer 2 Den Anfang machte Boris Koch, wie auch schon im letzten Jahr. Er stellte sein zweites Buch seiner Trilogie Drachenflüsterer vor und ich muss leider gestehen, auch wenn die Story recht nett zu sein scheint, ich werde kein Fan von ihm. Er kann meiner Ansicht nach nicht vorlesen. Er übertreibt, versucht gekünstelt Spannung über die Stimmlage hineinzubringen und dadurch achte ich zu sehr auf die Atemzüge, die er macht, und auf die Hektik, die er durch dieses übertriebene Betonen ausstrahlt.

Drachenflüsterer an sich scheint ein nettes Buch zu sein. Es geht um Drachen, die als Sklaven gehalten werden, was dadurch geschieht, dass Menschen ihnen den freien Willen rauben, indem sie ihnen die Flügel abschneiden. Ich stelle mir das so vor, wie ein Vogel im Zoo, der am Wegfliegen gehindert wird, indem man ihm seine Schwungfedern stutzt. Boris Koch begann mit einer kurzen Einleitung und … ich vergaß zu berichten, dass wieder die gleiche Dame durch die Lesung führte, die es bereits beim letzten Mal getan hat. Martina Vogl, Lektorin beim Heyne-Verlag, war angekündigt und auch anwesend und hätte es garantiert charmanter getan, als jene Dame. Ich kann mir nicht helfen, doch mit ihrer lächerlichen Reise-Metapher vom letzten Jahr, hat sie bei mir sämtliche Sympathien eingebüßt.

Zurück zu Boris Koch. Es geht bei ihm, wie auch beim letzten Mal, um die Frage nach dem freien Willen. Viel kann ich dazu nicht sagen, ich neige dazu, beim ihm abzuschalten.

Bernhard Hennen: „Elfenkönigin

Die Lesung unterschied sich nicht stark von der bereits gehörten, nur dass er hier die Fragen auf die Zeit nach dem letzten Leser verschob.

Victoria Schlederer: „Des Teufels MaskeradeMit Victoria Schlederer betrat die junge Autorin das Podium, die im vergangenen Jahr den Heyne-Schreibwettbewerb gewonnen hat. Eine charmante Person. Sie ist freundlich und zugänglich und man wünscht ihr nur das Beste. Sie las mit herrlichem Wiener Unterton aus Des Teufels Maskerade vor und bat uns gleich zu Beginn, Zwischenfragen zu stellen, wenn wir etwas nicht würden verstehen können, da Österreichisch ja nicht einfach nur ein Dialekt ist, sondern eine eigene Sprache. Sie hat so recht. Die Szene kannte ich bereits aus der Leseprobe und auch kamen mir Passagen in Erinnerung, die sie bereits im letzten Jahr als Wettbewerbsbeitrag dem Publikum zum Besten gab. Sie las zwar ein wenig schnell, doch das, was sie gelesen hatte, war amüsant, gut zu verstehen und machte Lust auf mehr.

Die Handlung spielt im Jahr 1909 in der goldenen Stadt Prag. Die K&K-Monarchie ist in den letzten Phasen ihres Bestehens und es tummeln sich Barone und Grafen, aber auch bestrafte Gestalten in Form von Ottern und ein hartnäckiger Vampir im Einflussgebiet jener Herrschaft. Das Leben eines Bohémien scheint der Protagonist, ein Ich-Erzähler, wirklich sehr gut geschrieben, zu führen. Eine Gestalt mit Vergangenheit, es mag klischeebeladen klingen, doch Schlederer weicht dieser Gefahr geschickt aus, durch Ecken und Kanten. Das Buch liegt auf Schreibtisch, wartet darauf, gelesen zu werden und es bedarf großer Anstrengung, sich in Geduld zu üben.

Der eine oder andere mag die hohe Sprache und die greifbare Beredsamkeit Schlederers als störend empfinden, aber dieses Buch ist kein Kinderbuch und ehrlich gesagt, was ist falsch daran, beim Lesen nachdenken zu müssen?

Ihr wunderbarer Wortschatz bringt Abwechslung in die Sprache und lässt sogar den Zuhörer in die Welt des beginnenden 20. Jahrhunderts abtauchen.

Anschließend gab sich Christoph Hardebusch die Ehre.

Christoph Hardebusch: „Die Werwölfe

Hilfe!, dachte ich, von Werwölfen, diesen flauschigen Exemplaren haben wir doch seit BIS(S) genug, und hatte daher, wie ich gestehen muss, einige Vorbehalte. Diese hätte ich mir bei Christoph Hardebusch klemmen können. Er hat in der Wahl seines Settings nichts vom Mainstream, zumindest in der kurzen Einleitung war nichts von Mainstream zu hören.

Die Handlung ist ins frühe 19. Jahrhundert angesiedelt und man darf sich auf historische Persönlichkeiten wie die Shelleys freuen, was mit Sicherheit eine Freude ist, da in diesem Genre niemand um die Shelleys und Frankenstein herumkommt. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass Hardebusch zwar gut liest, jedoch mit den Textstellen kein wirklich glückliches Händchen hat.

Ich mag Hardebusch reduzierte Art. Doch wie gesagt, ein Händchen für Textpassagen hat er nicht gerade.

Viel kann ich über das Buch nicht sagen, da sie Textstelle nicht sehr repräsentativ war. Es ist von einem Mann die Rede, der in einem Hühnerstall erwacht, in dem das Geflügel entweder kopf- oder körperlos über dem Boden verstreut liegt. Er selbst ist blutverschmiert und wird von zwei weiteren Männern aus eben jenem Stall in eine ziemlich große Kutsche geschleppt. Der Bauer wird entlohnt und damit hatte sich die Passage erledigt. Wie gesagt … nicht sonderlich repräsentativ.

Der wirklich krönenden Abschluss:

Oliver Diersson: „Fledermausland

Als letzter der Runde der Fünf machte sich Oliver Diersson auf dem Podium bequem. Er hat sich seit dem letzten Jahr nicht sehr verändert. Er ist immer noch die Aufregung in Person. Er las aus seinem Debüt „Fledermausland“ vor, jenem Roman, mit dem er unter die fünf Finalisten des Heyne-Schreibwettbewerbes gekommen ist. Im letzten Jahr schwankte ich zwischen Victoria Schlederer und Oliver Diersson was die Vergabe des ersten Platzes betraf. Umso schöner ist es, dass auch er in dieser Runde sein Buch hat präsentieren dürfen.

Nicht nur ich habe Tränen gelacht. Mit Humor, grotesken Situationen, von denen man nicht annimmt, dass sie sich so zugetragen haben könnten, schafft er es amüsante Szenen zu gestalten, die definitiv Lust auf mehr machen. Geschickt war die Planung in diesem Jahr, denn einen solchen Lacher ans Ende einer Lesung zu setzen, war eine sehr kluge Entscheidung.

Es ist sicherlich kein Vergnügen, in einer kalten Novembernacht durch das Sirren von Fledermausflügeln geweckt zu werden. Natürlich hat auch Oliver nicht verraten, wie es mit der Fledermaus und seinem Protagonisten weitergeht … leider.

Auf jeden Fall ein passender Abschluss für einen angenehmen Abend.

Im Anschluss an die Lesung wurden Fragen der Zuschauer beantwortet, die dieses Mal jedoch auf eine kleine Zahl begrenzt waren. Im vergangenen Jahr dauerte die Lesung gute drei Stunden, in diesem Jahr nur zwei. Zum einen verständlich, da sie in einem Raum der Buchhandlung Ludwig stattfand, an einem Sonnabend und die Autoren noch der gesamte Sonntag auf der Buchmesse bevorstand.

Die Autoren stellten sich den Fragen nach Charakteren, die partout ein Eigenleben entwickelten und sich nicht umbringen lassen wollten, ob sie die gesamte Handlung planen würden und ob sie beim Schreiben stets an das Alter ihrer Leser denken würden.

Unter dem Strich kam heraus, dass es manchmal sinnvoll ist, Charaktere, die sich weigern das Zeitliche zu segnen, am Leben zu lassen. Mit dem Lesealter wäre das so eine Sache – Bernhard Hennen berichtete von einer Mutter (recht streng und bieder von Angesicht), die ihm beinahe um den Hals gefallen wäre, dass ihr Sohn (9) dank der Elfen endlich lese. Was die Planung der gesamten Handlung betraf, so brachte es Boris Koch auf den Punkt: Wenn von Anfang bis Ende alles nach Plan verliefe, würde er sich beim Schreiben langweilen. Ein roter Faden sei immer vorhanden, das bestätigten auch die anderen Autoren, doch konsequent durchzuplanen schien niemand der fünf.

Nach der Fragerunde bestand noch die Möglichkeit Bücher signieren zu lassen und ein persönliches Wort mit den Autoren zu wechseln und schon waren zwei kurzweilige Stunden vorbei. Eines bleibt noch zu sagen: Die Fantasy-Lesenacht von Heyne auf der Leipziger Buchmesse lohnt sich in jedem Jahr.

  6 Responses to “Leipziger Buchmesse 2010”

  1. Danke fuer die Zusammenfassung. Ich selbst habe es dieses Jahr nicht zur LBM geschafft, da ich am anderen Ende der Welt bin und auf gut Glueck im Buchladen nach einem gescheiten Fantasybuch Ausschau zu halten, ist recht schwierig. Ich habe mir einige Titel, die du aufgefuehrt hast, notiert und werde sehen, was dann in mein Regal passt. Mangelder Platz ist naemlich der Grund, warum ich zum Beispiel die Fortsetzung von „Die Elfen“ bisher noch nicht gelesen habe.

    Danke
    mangacrack

  2. „Die Werwölfe“ von Herdebusch habe ich schon gelesen, fand sie aber nicht besonders gut. Es ist ganz nett als Zeitvertreib, wenn man nicht zu viel erwartet, da das Buch unterm Schnitt doch sehr klischeelastig ist. Wieder gibt es eine Geheimorganisation der Kirche, die Werwölfe jagt, von deren Existenz der Gemeinsterbliche nichts ahnt. Dass historische Personen ihre Rollen im Text haben, konnte die Story für mich auch nicht wirklich retten, zumal es nirgends einen echten Werwolfkampf gibt, was man eigentlich erwarten würde. Als Fazit würde ich sagen, das Buch geht so.

    Wo ich auf jeden Fall noch reinschauen werde ist Markus Heitz‘ „Drachenkaiser“. Der gute Herr Heitz ist an sich ein Autor, der auch schon nicht so gute Bücher hatte, „Die Mächte des Feuers“ allerdings war eines seiner Glanzwerke. Da hat für mich persönlich so gut wie alles gestimmt – die Handlung war originell und keineswegs vorhersagbar, man merkte einfach, dass Herzblut drin steckt, auch weil der Autor scheinbar keine Recherchen gescheut hat. „Drachenkaiser“ ist für mich also ein Muss, auch wenn ich nicht glaube, dass es den ersten Band toppt. ^_^

  3. Also ich war ja dieses Jahr auch zum zweiten mal auf der LBM und ich fand es echt klasse. Aber ich war ja erstaunt, dass es diesmal auch wirklich Saylor Moon gab. letztes jahr lief ja ehr serenity herum….

    nicht dass es dadurch unbedingt besser aussah, also ich muss sagen die cosplays vom letzten Jahr gefielen mir um einiges besser. Nächstes Jahr bin cih auch wieder dabei und naja vllt steck ich dann ja auch mal in einem cosplay. (Aber sicher nicht von saylor moon^^)

  4. Hey Noctifer!
    Toll das du so viel Infos zu Messe gebe hast! Auch ich kenne ein der Hier genannten autorn Markus Heitz. ich habe in persönlich kenngelernt und stehe uach im kontakt mit ihm er war bei uns in Emmerich zu eine Lesung zu seinem Neune Buch. was ausser ordentlich spass gemacht hatt. Er ist ein sehr netter Kerl und gibt auch solchen wie uns tipps und Tricks. Das ist was einen Autor aus macht. Vielen dank für deine Infos. Weisst du ob zufälligerweisse wann die neschte Messe ist wenn ja würde mich über die dtaen freun um sie besuchen zu können. Gruss Moonseele

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