Über Gwenny

 

Gwen hat mich gebeten, sie vorzustellen. Zugegeben, ich mags auch nicht, Vorstellungsposts zu schreiben, aber jetzt hängt es an mir, sie auf möglichst lustige Weise trotzdem positiv darzustellen.

Mal sehen, wie ausgereift mein erzählerisches Talent ist…

Kennengelernt habe ich Gwenny im Chat. Damals hieß sie noch Sweet Gwendolyne. Oder so. Und ich erinnere mich daran, dass ich damals dachte: „Sweet? Die ist alles, aber nicht Sweet.“
Gwen schien immer sehr lehrerhaft, ein wenig besserwisserisch und grundsätzlich nicht Argumentationsfähig.
Dass wir uns gegenseitig nicht ausstehen konnten, war kein Geheimnis.

Es kommt ein User in den Chat, fragt nach einer Regel, lava (als damals noch normaler User) erklärt umständlich, wie sie diese Regel verstanden hat, User kann nicht folgen und BÄM, da kommt ein Satz von Gwen, der alles perfekt erläutert. In Beamtenhochdeutsch und ohne auch nur den kleinsten Tippfehler. Und ich mühe mich ab, es so jugendfreundlich wie möglich zu gestalten. Wie ich sie in diesem Moment gehasst habe…

Es pingt mich der Chat an und ich sehe: Sweet Gwendolyn flüstert zu ihnen: „Deine Geschichte XYZ enthält nicht genügend Eigenleistung. Die musst du überarbeiten, sonst muss ich sie sperren.“
Und ich denke nur, wenn du mich auf dem Kieker hast, kannst du das auch offen sagen und musst nicht meine Stories akribisch durchforsten.

Und seid ehrlich, Leute, so einen Gedanken hattet ihr ALLE einmal, wie ihr in den Chat kamt und man euch auf Fehler hingewiesen hat.
Aber im Nachhinein ist mir klar geworden, wenn sie wirklich bösartig nach Sperrgründen hätte suchen wollen, warum mich dann darauf hinweisen? Sie hätte allen Grund gehabt, einfach ohne Ankündigung zu sperren.

Gwenny sucht nicht nach Fehlern, um jemandem eins reinzuwügen. Obwohl wir uns nicht ausstehen konnten, hat sie mir die Möglichkeit gegeben, meine Story zu verändern, bevor sie gesperrt wird. Und das ist eines der Dinge, die ich mir von ihr abgekupfert habe. Aber sagt ihr das bloß nicht, sonst lacht sie mich wieder aus.

Je mehr Zeit ich dann im Chat verbrachte und je besser ich Gwenny kennenlernte, desto bewusster wurde mir, dass die Kleine scheinbar nur aus Herz besteht. Und aus nem Kaffeemagen.
Wer auch immer ein Problem hatte und sich mit Gwen halbwegs gut gestellt hatte, der bekam eine Schulter zum Anlehnen, ein liebes Wort und auch mal etwas Kritik, wenn es angebracht war. Gwenny hat stellenweise Stunden mit einzelnen Leuten in PM oder in geschlossenen Räumen verbracht, um sich anzuhören, was die Leute so belastet. Und selbst, wenn sie keine Lösung parat hatte, sie hatte zumindest immer das Talent, dass es den Leuten hinterher besser ging.

Nur nicht bei lava.
Im Chat läuft es für gewöhnlich so ab, dass einer reinkommt und begrüßt wird. Bei Gwen sah das in etwa so aus:

Gwenny hat den Raum betreten
User 1: Gwen <3
User 2: Gwen <3
User 3: Gwen <3

User 36278123: Gwen <3
lavather: Gwen <3
Gwenny: User1 <3, User2 <3, User3 <3,…, User 36278123 <3
Gwenny: Hallo lavather…

Ja. Immer. Aber hey, ich habs versucht. Mittlerweile ist mir klar, dass Gwenny ihre Herzchen durchaus ernst meint. Tun im Übrigen die Meisten. Sie verschenkt weder ihre Freundschaft noch ihr Vertrauen. Aber man kann sich beides durchaus verdienen.
Irgendwann habe ich es aufgegeben, mir ihre Herzchen erschleichen zu wollen, irgendwann kam ich in den Chat um zu chatten und mich zu unterhalten, anstatt unbedingt Anerkennung abstauben zu wollen. Man wird halt doch irgendwann erwachsen. Und je weniger ich mich darauf konzentrierte, den Leuten zu gefallen, desto besser kam ich mit ihnen ins Gespräch. So auch mit Gwen.

Im Laufe der Zeit gab es einige Gespräche, man näherte sich an und schwupp, die olle Ziege war plötzlich keine Ziege mehr. Die hörte zu. Die wusste Rat. Und die stand wie eine Einmannarmee vor jedem Nutzer, der ungerecht behandelt wurde. Und eines Tages stand sie sogar vor mir. Ich weiß nicht mehr, wer es war, der mich offen im Chat runtergeputzt hat. Und da kam plötzlich, aus heiterem Himmel ein Post von Gwen. Nur ein einziger Satz, und ich hatte Ruhe.

Krasse Sache. Gerechtigkeit ist eines der Dinge, die Gwenny heilig sind. Ganz egal, was sie von den Leuten persönlich hält, wer grundlos blöd angemacht wird, kann sich hinter Gwenny verstecken. Sie ist zwar nur 1,58 Meter groß, aber die Frau hat eine Persönlichkeit, da kann sich ein ganzes Orchester hinter verstecken, die sieht man nicht.
Und für Gwen war das so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche.

Und sie ist auch grundsätzlich nicht darauf angewiesen, den Leuten nach dem Mund zu reden. Wenn ihr Unstimmigkeiten auffallen, sagt sie das gerade heraus. Ganz egal, was es ist. Niemals böse. Auch, wenn das gerade im Internet sehr schwer zu beurteilen ist, aber bei Gwenny darf man niemals davon ausgehen, dass da eine Baba Yaga hinter dem Bildschirm hockt und sich gehässig einen abkichert.
Sachlich und ehrlich trifft es eher. Was sie will, ist schlicht, Probleme lösen. Und dann weitermachen als wär nix gewesen. Es kommt nur immer auf die Kritikfähigkeit des Gegenüber an.

Und sie selbst erwartet es von ihrer Umgebung nicht anders.

Man kann Gwenny tatsächlich ins Gesicht sagen, dass sie ne dumme Kuh ist. Solange man es sachlich begründen kann. Alles kein Thema.

Da ich aus Erfahrung weiß, wie Gwen auf den ersten Blick im Netz rüberkommt, nämlich wie eine Dampfwalze im botanischen Garten, kann ich jedem, der freiwillig oder auch unfreiwillig mit ihr in Kontakt kommt nur folgendes raten: Bleibt freundlich. Gwenny weiß, was sie tut. Und sollte sie einmal einen Fehler machen, ist sie sehr wohl in der Lage, sich dafür zu entschuldigen.
Wer ein Problem hat, der möge sie ansprechen. Die frau hat mindestens 20 offene Ohren. Bei Unklarheiten, ab zu Gwen. Die weiß, was Sache ist. (Merkt man, dass ich gerade versuche, alle anfallenden Arbeiten auf sie abzuwälzen? :P)

Nein ernsthaft. Gwenny ist eine starke Persönlichkeit, die Kaffee liebt, immer ein offenes Ohr für alles und jeden hat, Gerechtigkeit hochhält und auch immer, wirklich IMMER für einen dummen Spruch zu haben ist. Gwen liebt Bücher. Stephen King beispielsweise Und die Bücher von Christoph Marzi. Und sie steht auf so komische Musik. Also so Ärzte, Edguy, Pink Floyd und ACDC und son Kram.

Ich verkneife mir jetzt, auszuposaunen, wovor sie Angst hat. Das wär fies. (Ich geh gleich mal ein paar Bildchen für sie raussuchen, damit sie das Schreien nicht verlernt).

Und mittlerweile bilde ich mir ein, dass sie sogar mich ein wenig leiden kann. Sagt nix, zerstört meine Illusionen nicht, mein gesamtes Weltbild fußt auf dieser Tatsache!
Im Ernst, mittlerweile würde mir persönlich ganz enorm etwas fehlen, wenn ich Gwenny nicht hätte.

Von „Blöde Kuh“ zu „Gawähähän<3“ in drei Jahren…

  4 Responses to “Über Gwenny”

  1. Haii könntest du meine FF entsperren hab auch getan was getan werden musste also links aus der beschreibung

  2. Hey

    Ich habe eine Frage und zwar schreibe ich gerade an meiner Abschlussarbeit über das Thema Fanfiction. Ich habe dafür eine Online Umfrage gestartet. Könntest du mir bitte helfen damit so viele wie möglich mitmachen?

    Weiss nicht an wen ich mich dabei wenden soll.

    Vielen Dank schon im Voraus.

    Hier der Link zum Fragebogen: http://8497.findmind.ch

  3. Da der Blog für weitere Kommentare schon dicht gemacht wurde …
    … ich hätt schon noch ne Frage …

    Aber ich muß deswegen auch ein wenig ausholen.

    Ich bin vor zwei Jahren in den tiefsten tiefsten (Wald) … in den ‚Westen‘ umgezogen …
    Und was mich hier am meisten erschreckt hat, was mich permanent nachdenklich macht, was mich, wütend macht … ist die Erkenntnis, das hier das zur ‚Kultur‘ gemacht geworden scheint, was man auch anders als Kommunikationslosigkeit, oder der Kommunikation fern, nennen könnte.
    Weißt du was ich meine?
    Es ist irre!
    Vor Jahren hat man das Wort von der Kommunikationsgesellschaft erfunden. (vermutlich mit Bezug auf die stark werdenden und sogenannten sozialen Netzwerke). Aber mir scheint, kaum wurde das Wort erfunden, hatte es sich erledigt. Mit der Kommunikation. Mit der sozialen Gesellschaft. Mit … shit.
    Es regiert, die Bürokratie. Und das ‚ICH‘.
    Ohne darüber noch nachdenken zu wollen, das ein ‚Ich‘, nur gemeinsam mit dem ‚Wir‘ zu überleben vermag. (warum wohl, lassen sich so viele junge Menschen zu Attentätern verführen, nur ne Nebenfrage zum Thema, es bleibt erschreckend genug, was Demagogie zu leisten vermag)
    Mmh, ich glaub ich hab den Bogen der Beweisführung mal wieder zu weit, und von daher unverständlich, gespannt. Mein Bezug gilt den Reviewregeln. Und wie sie im genannten Blog am Rand von ‚Leerkapiteln‘ erklärt wurden.
    Vor reichlich zwei Jahren war der Ton gegenüber sogenannten Schwarzlesern jedenfalls anders. Heute? Wird Reviewlosigkeit, Sprachlosigkeit, als Recht der freien Meinungsäußerung erklärt. Zumindest kommt es so rüber. Sollten wir nicht doch anders, argumentieren? Denn FF.de lebt nicht von den Lesern. Sondern doch eher von den Schreibern. DIe nicht nur gelesen werden möchten.
    Wenn ich zum Beispiel plötzlich feststelle, das die ‚Klickzahl‘ einer Story, unerwartet (im Vergleich zu anderen vorher veröffentlichten Storys) weiter in die Höhe schnellen, als gewohnt, dann fragt man sich irgendwann, worauf die aktuelle Sprachlosigkeit beruht. Ob es daran liegt, das man nicht ‚plastisch‘ beschrieben hat, was zu den Kernaussagen der Geschichte führt. Wo ich beim plastischen Beschreiben, grundsätzlich davon ausgehe, das es umgehend ins AVL und weit über das Grenzlevel 18 hinausgeht.
    Meine Frage richtet sich jedoch auf den Punkt, das, wenn man ‚Reviewlosigkeit‘ als Teil der Freiheit nehmend, erklärt, das so eine Argumentation nur eines zur Folge hat. Das Kommunikation ins Leere führt. Das Kommunikation gar nicht erwünscht ist.
    Und.
    Sorry.
    Ich habe auch im Real Live, inzwischen, genug Menschen kennengelernt, die unter derartiger Kommunikationslosigkeit leiden. Ohne dies noch sehen, anerkennen zu können.
    Verdammt junge Menschen.
    Ich arbeite im Servicebereich.
    Und ich bin mir eigentlich sicher, nur Kommunikation macht echten Service möglich.
    Also Zuhören. Miteinander reden.
    Die Alternative ist eine ‚Roboterwelt‘ a la ‚Matrix‘.
    Es kann natürlich auch sein, das ich irgendwas falsch interpretiert habe.
    Also, sorry!

    Lifegamer

  4. Hey Gwenny!
    Kannst du bitte meine Geschichte „The Keepers“ entsperren?
    Ich habe getan, was verlangt worden ist, gestern schon und es hat sich noch nichts getan….
    LG Anyma

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