Feb 212017
 

Lysander Schretzlmeier bat uns darum, den von ihm gegründeten (und frisch geschlüpften) Traumtänzer-Verlag vorzustellen. Dieser Bitte kommen wir natürlich gern nach 🙂


Der frisch ins Leben gerufene Traumtänzer-Verlag ist spezialisiert auf Bücher mit schwulen Protagonisten, ob in Form einer Romanze, Fantasy, Krimi, Erotik oder als historischer Roman. Unser Ziel ist es, in jeder Hinsicht schöne Bücher zu verlegen: Geschichten, die zum Träumen einladen, die den Leser mitreißen und mitfiebern lassen.

Der Träumtänzer ist kein Zuschuss-Verlag, für Autoren entstehen in keinster Weise Kosten. Unsere Veröffentlichungen werden lektoriert und korrigiert, erhalten eine Verlags-ISBN und werden ansprechend gesetzt.. Es gibt E-Books und Taschenbücher, zugehöriges Merchandise ist in Planung, ebenso wie der erste Messestand Ende 2017. Uns ist es wichtig, dass sich die Autoren bei uns wohlfühlen und mit uns an einem Strang ziehen, um ihre Bücher publik zu machen und möglichst viele Leser damit zu begeistern.

Lesern bieten wir nur die schönsten Geschichten, möglichst fehlerfrei und zu den günstigsten Preisen, mit denen ein kleiner Verlag kalkulieren kann.

Traumtänzer war ein lange gehegter Traum, der von langer Hand geplant und vorbereitet verwirklicht worden ist. Natürlich muss ich – hier Lysander, auf Fanfiktion.de unter dem Namen Gossenprinz zu finden – noch Vieles aus der Praxis lernen, aber vor allem auch dank der Unterstützung tatkräftiger Helfer bin ich zuversichtlich, dass der Verlag gut laufen wird. Unser erstes Projekt, „Die Stille der Musik“ von Svea Lundberg, ist jetzt schon ein Erfolg mit überwiegend sehr positiven Kritiken, was uns alle sehr freut und uns in unserem Tun bestärkt.

Infos zum Verlag gibt es auf der Website: www.traumtaenzer-verlag.de, Anfragen und Manuskriptangebote sind herzlich willkommen. Großen Dank an das Operatoren-Team von Fanfiktion.de für die Möglichkeit, euch unseren Verlag vorstellen zu dürfen.

 

Wir wünschen Lysander und dem Traumtänzer-Verlag von Herzen alles Gute und viel Erfolg!

Aug 192011
 

Primär eine dicke Entschuldigung: Um mich ist es so ruhig, weil ich teilweise kein Internet, meistens aber schlichtweg keine Zeit habe. Wie auf meinem Profil vermerkt reagiere ich auch auf Mails sehr langsam, weshalb ich auch an dieser Stelle darauf hinweise: Bei akuten Problemen bitte an den Support, oder meine Kollegen wenden. Sofern das Problem nicht akut ist und keiner sofortigen Antwort bedarf, kann man mich selbstverständlich auch anschreiben. Ich antworte. Irgendwann.

Zum eigentlichen Thema:

Kalt glimmen die Sterne

Klappentext Quelle: Sphera Verlag

Kalt glimmen die Sterne
Vampirgeschichten

Erscheinungstermin: 31. Mai 2011

Zur Leseprobe

Eine fantastische Anthologie mit 22 düsteren, melancholischen und berührenden Kurzgeschichten über die faszinierenden Kreaturen der Dunkelheit.

22 deutschsprachige Autoren werfen überraschend moderne und nachdenkliche Blicke auf das Wesen des Vampirs. Quer durch die Jahrhunderte erzählen sie von der gleichen Gestalt: von der Kreuzigung Christi über den Moloch der modernen Großstadt bis in eine düstere Zukunft. Und doch ist hier keine Geschichten wie die andere.

Eines aber haben all die Blutsauger dieser Sammlung gemein: das unerbittliche Ringen mit sich, der Welt und Fragen rund um
Unsterblichkeit, Überlegenheit, das Gewissen, Begierde, Sehnsucht, Verachtung, Einsamkeit, Verlust, Angst und die menschliche Seele.

Enthalten sind:

Meara Finnegan – Kalt glimmen die Sterne
Benedikt Franke – Untot in Tannheim
Dominik Grittner – Bewerbungsgespräch
Lydia Gschosmann – Das Opfer
Daniela Herbst – Morgengrauen
Hans Jürgen Hetterling – Im Schatten des Kreuzes
Ivyane Jacob – Abschied
Sanjina Kashikar – Seelenblut
Christian Künne – Maria, voll der Gnade
Stefanie Lasthaus – Bruderliebe
Eberhard Leucht – Die erste Nacht
Tanja Meurer – Der Misanthrop
H. P. Morel – G.I.E.R.
Rebekka Pax – Juliets Lied
Daniela Perndl – Eine Nacht
Adrián Ramírez León – Morgendämmerung
Gaby Rauch – Mein Leben für deins
Johanna Shey – Das Blut des Lebens
Nadine Stellert – Vergänglichkeit
Peter Stohl – Kreatur der Dunkelheit
Claudia Vollmert – Meine Leben für die Ewigkeit
Romy Wolf – Der Schützling

Vampire sind derzeit ja so eine Sache… Der Großteil der Vampirgeschichten, die derzeit den Markt fluten oder geflutet haben, waren romantischer Natur. Nichts gegen Romantik. Bram Stokers Dracula, die Wurzel der Vampire, ist ebenfalls fest verwurzelt mit romantischen Elementen, jedoch ist Dracula trotz aller Liebe für Mina ein eher wenig sanftmütiges Geschöpf, als vielmehr ein blutgieriges Monster. „Neumodische“ Vampire sind im Gegensatz zu ihm geradezu vermenschlicht. Jedem wie es beliebt, aber ich bevorzuge doch die blutgierigen, instinktgeleiteten Vampire und in diesem Sinne kam ich mit der Anthologie „Kalt glimmen die Sterne“ auf meine Kosten.

Kurzgeschichtensammlungen sind für mich grundsätzlich eine feine Sache, weil ich die grundverschiedenen Denkansätze mehrerer Autoren zum selben Thema interessant finde, wie auch die unterschiedlichen Schreibstile. Womit wir schon beim Inhalt wären. Zum Teil zeigen die Autoren nur kurze, interessante Einblicke in das Leben – oder unleben, wie auch immer man es nennen möchte – von Vampiren, oder einen knappen Blick auf den Mitternachtssnack genannter Genießer. Die Perspektiven der Protagonisten machen den Reiz der Geschichten. Zum Teil findet man in der Sammlung Denkansätze, die bereits in der Literatur oder Filmen thematisiert wurden, jedoch von den Autoren in einem anderen Licht verarbeitet, zum Teil auch in einem völlig neuen Kontext gesetzt wurden. Die Schnappschüsse des Lebens, die die Autoren dem Leser präsentieren, zeigen manchmal den Protagonisten gen Ende seines Lebens, oftmals auch nur am Ende seiner menschlichen Existenz , oder den Anfang des untoten Daseins, wobei der Grundtenor nie in romantisch-verklärte Liebeserklärungen abdriftet, sondern die Autoren stets den Fokus auf das Dunkle, das Beängstigende an der Figur des Vampirs bewahren. Ebenso reizen die unterschiedlichen Arten die Geschehnisse zu beschreiben: Blumige, ausschweifende Texte stehen nüchternen Berichten gegenüber, jeder für sich auf seine Weise interessant. Mit vielen Vorurteilen um diese vermeintlich romantisch-sanftmütigen Wesen, die oftmals mit fast unvermeidlicher Anmut gesegnet werden, wird hier aufgeräumt und zum Großteil werden Vampire als das dargestellt, was sie in alten Sagen und Legenden waren: Mörderische Monster, die nicht das Wohle der Menschen im Sinn haben, sondern lediglich ihr Blut. Der Ursprung der Vampire wird in den Geschichten deutlich, sie terrorisieren die Menschen, weiden sich an den Qualen ihrer Opfer und rauben ihnen ihr Blut, ihr Leben, in mancher Geschichte auch ihre Würde und Menschlichkeit. Wer nach Romantik sucht, wird in dieser Anthologie nur in weitestgehendem Sinne fündig, insofern der Leser einem mitternächtlichem Stell-dich-ein mit tödlichem Ausgang etwas verklärt-romantisches abgewinnen kann. Wer aber nach wahren Vampiren sucht, Geschichten lesen möchte in denen sie unverfälscht ihrem Blutdurst erliegen, der wird auf seine Kosten kommen.

Es liegt in der Natur der Dinge, dass nicht alle Geschichten begeistern, aber ich bin durchaus zufrieden. Bei einigen Geschichten wird der Leser ins Geschehen hinein geworfen und kaum findet man sich zurecht, wird man wieder heraus gerissen. Zum Teil sind die Kurzgeschichten ein wenig zu kurz, so dass man gar keine Zeit hat sich mit dem Protagonisten auseinanderzusetzen, geschweige denn sich  mit ihm verbunden zu fühlen. Manchmal kann man aber auch sagen: Weniger ist mehr. Vor allem, wenn es darum geht Informationen oder Handlungsstränge auf wenigen Seiten niederzuschreiben. Kurzgeschichten sind handwerklich oft schwerer zu bewerkstelligen als Geschichten mit freier Länge, unter diesem Aspekt möchte ich auch kein schneidendes Urteil über manche Geschichten fällen, da ich weiß wie knifflig und nervenaufreibend es sein kann viele Ideen in nur wenig Raum unterbringen zu müssen. Zumal mein Urteil selbstverständlich subjektiv ist, oder wäre, müsste ich jede Geschichte einzeln bewerten. Im Sinne der Sammlung bin ich jedoch zufrieden, da ich auf meine Kosten gekommen bin und mir der Großteil der 22 Geschichten gefallen hat. Die Anthologie hat ihre Aufgabe mich zu unterhalten im Guten vollkommen erfüllt.

Natürlich sollte ich auch erwähnen, dass der Verlag wirklich gute Arbeit geleistet hat. Anders als bei vielen Verlagen, auch die mit großen Namen, wird der Lesefluss nicht stellenweise durch grobe Patzer im Layout oder der Rechtschreibung unterbrochen. Die Verarbeitung des Buches ist tadellos; Der Einband ist griffig, ebenso die Seiten, der Druck ist gut und das Schriftbild scharf. Das Cover erinnert mich ein bisschen an meine Poe-Sammlung, es ist passend düster, nicht verschnörkelt oder mit Schnick-Schnack überladen.

Meine Renovierungs-Raucherpausen (Renovierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen, Freiwillige vor!) hat „Kalt glimmen die Sterne“ bereichert und ich möchte mich nochmals herzlich bei dem Sphera-Verlag für das Rezensionsexemplar und das Lesezeichen bedanken.

Allen ein schönes Wochenende,

Noctifer

(Wegen Renovierung verschollen.)

Jan 252011
 

Er ist seit 1961 ununterbrochen im Dienst, aber noch kein bisschen müde: Perry Rhodan feiert sein 50-jähriges Jubiläum und seine Fans feiern mit ihm!

Wie keine mir bekannte Romanheftserie fasziniert Perry Rhodan seit Jahrzehnten einen großen Kreis aus Lesern, die auch aktiv mit einigen Stammtischen und größeren Conventions ihren Titelhelden feiern. Perry Rhodan hat den Sprung vom Romanhefthelden geschafft und mittlerweile wird er auch mittels Hardcover, Taschenbüchern, Hörspielen/-büchern, eBooks und als Videospiel und Filmheld publiziert.

Zu Perry Rhodans „Geburtstag“ haben Treanor und Ace Kaiser sich ein ganz besonderes „Geschenk“ ausgedacht: Sie möchte Perry Rhodan ein neues Gewand verpassen, ihn einer stilistischen Wandlung unterziehen – es sind keine Grenzen gesetzt! Ob als einsamer Westerheld, tugendvoller Ritter, als tollkühner Pirat oder ganz modern als Anime-Actionkracher – die Grenzen setzt euch nur eure Fantasie. Denn ihr seid gefragt: Ihr seid die Autoren!

Quelle: Schreiberlingsegozine

50 Jahre – 50 Texte – PERRY RHODAN reloaded

Noch mal im Überblick:

  • Jeder von uns schnappt sich einen Roman oder eine Szene aus 50 Jahren PR, liest sie gegebenenfalls noch einmal – und schreibt sie dann in anderem Stile neu. Entweder als Kurzgeschichte (bis 25.000 Anschläge) oder als Heftroman (bis 200.000 Anschläge). Der Text muss neu in dem Sinne sein, dass er vor 2011 noch nirgendwo veröffentlicht wurde. Ach ja – so nett Crossover sind, mit der Verletzung von Markenrechten Dritter müssen wir fürchte ich vorsichtig sein …
  • Diskutieren und präsentieren wir unsere Werke auch während der Entstehung und tauschen wir uns rege aus! Ich habe dazu eine Facebook-Gruppe eingerichtet. Man kann sich aber auch in den einschlägigen Foren und Kommentar-Bereichen tummeln.
  • Bis zum 15. Juli 2011 müssen wir aber spätestens fertig sein. Die jeweiligen Beiträge gehen als PDF entweder an eine noch zu nennende Mailadresse und/oder werden auf einer noch zu nennenden Plattform hochgeladen. Denn ab diesem Datum beginnt das Voting.
  • Bis zum 15. August 2011 läuft die Abstimmung. Die Top 10 in jeder Kategorie (Heftroman und Kurzgeschichte) erhalten dann die höheren Weihen einer Druckversion – die jeweils Besten werden zudem mit einem vom Verlag gestifteten „Publikumspreis“ geehrt.

Weitere Informationen findet ihr auf Schreiberlings Blog oder bei uns im Bereich Projekte.

Zu finden auch unter @Nerdlicht & @AceKaiser bei Twitter und als #Rhodan_Reloaded – Twitterwall.

Dez 032010
 

Nicht nur in Japan haben Manga eine weit gestreute Leserschaft, auch in Deutschland werden zunehmend Manga gelesen – und gezeichnet.

Deutsche Mangaka sind noch (!) nicht so bekannt, wie die japanischen Zeichner und Zeichnerinnen, jedoch stehen unsere Talente den japanischen hinsichtlich Kreativität und zeichnerischem Können in nichts nach. Als junges, gutes Beispiel geht hier Christina Bäumerich, mit dem Shōnen Ai (homoerotischen Manga) „Snow Flake“ voran. Zu Anfang möchte ich auf die Altersempfehlung „Adult“ hinweisen, die bitte auch zu beachten ist.

Cover „Snow Flake“ von Christina Bäumerich

Klappentext „Snow Flake“ von Christina Bäumerich:

Als sich der zurückgezogene Kurai am Weihnachtsabend eine neue Liebe herbeisehnt, schwebt wie durch ein Wunder ein bezaubernd schöner Mann vom Himmel. „Yuki“ gleicht Kurais verstorbener Liebe aufs Haar, doch während Kurai zusehends auftaut, scheint der kühle Schönling immer schwächer zu werden … Ein Boys Love-Weihnachtsmärchen der besonders heißen Art – einfach zum Dahinschmelzen!

Wer mehr über Christina erfahren möchte, dem ist bei www.manganet.de das Special zu empfehlen. Dort gibt es einige Eckdaten zu Christina selbst, wie auch zu ihrem Debüt „Snow Flake“.

Passend zur aktuellen Vorweihnachtszeit liegt bei „Snow Flake“ ein winterlich-weihnachtlicher Abend vor uns und wir lernen Kurai kennen, dem an diesem Festtag so gar nicht zum Feiern zumute ist. Nach dem Tod seiner großen Liebe ist er einsam und resigniert, er meidet größere Gesellschaften, bleibt lieber für sich und verbringt seine Zeit damit vor sich hin zu brüten – was Toshi, der zusammen mit ihm zu feiern versucht, nicht davon abhält, ihn mit guter Laune, Euphorie und Optimismus zu überschütten. Wider aller Hoffnung wird sein Wunsch nach einer zweiten großen Liebe wahr, als Yuki auf wundersame Weise in sein Leben tritt. Yuki ist alles, was Kurai sich wünscht, aber er ist auch anders. Jemand besonderes, zerbrechliches, jemand bei dem Kurai unwissentlich in stetiger Gefahr läuft, auch ihn zu verlieren. Die Geschichte von Kurai und Yuki handelt von weihnachtlichen Wünschen & Wundern, von Freud & Leid und nicht zuletzte von der Liebe, die manchmal unerwartet und auf Umwegen zu einem kommt.

Als Zeichnerin muss sich Christina Bäumer nicht hinter den großen japanischen Mangaka verstecken, was sich auch deutlich in der Leseprobe von „Snow Flake“ und bei ihren FanArts, die auf Animexx zu finden sind, zeigt.

Sammelkarte „Snow Flake“ von Christina Bäumerich

[Fragen / Antworten via eMail]

1. Wie lange hat es gedauert „Snow Flake“ zu konzipieren und zu zeichnen?

[Christina] Etwa im Sommer 2009 hatte ich die Idee zu der Geschichte. Ich habe nachts von einer Szene geträumt und wollte die Geschichte eigentlich als Fanfiktion hier veröffentlichen, als „Yuki Arashi“, zu deutsch: Schneesturm. Ich habe mich aber anders entschieden und die Geschichte zu Egmont geschickt. Im Januar 2010 kam dann die Zusage. Der Februar und März war für die Planung da, jede Seite wurde am PC skizziert, Texte wurden abgeglichen, Cover entworfen und die ersten Seiten wurden probeweise getuscht. Im April bis Juli ging es dann richtig los, dort wurde jede Seite auf japanisches B4 Papier (von j-stuff.de) übertragen und getuscht. Die feinen Linien und Hintergründe habe ich vorwiegend mit Rapido und Isographen (von Rotring) gezeichnet, Kleidung mit japanischen Federn (G-pen, Saji-pen und Maru-pen), dazu Deleter Tusche (die Blaue). Gerastert habe ich die Seiten über Photoshop, die einzelnen Folien habe ich von Deleter Comicworks in das Programm gezogen.

2. Was war deine Inspiration zu den Figuren und der Handlung?

[Christina] Das war ein Traum. Ich bin morgens aufgewacht und hatte geträumt, dass ein junger Mann in einem recht knappen Kimono vor dem strahlenden Vollmond schwebt. Ohnmächtig sackt er dann im Vorgarten zusammen und ein anderer Mann, der das Geschehen vom Balkon aus beobachtet, trägt ihn ins Haus.
In der ersten Version also, gab es Satoshi noch nicht und es gab auch einen Balkon, aber ich habe mich dann für ein japanisches Haus entschieden.
Zu den Figuren:
Yuki entsprang quasi genau aus meinem Traum. Ich wollte ihn zierlich zeichnen, so sanft wie den Schnee, zudem sollte er einen reinen und zerbrechlichen Charakter haben, unschuldig, da er ja hauptsächlich weiß ist und der Schnee auch als unschuldig angesehen wird. Da das aber etwas zu langweilig ist, habe ich ihn etwas unterwürfiger gestaltet mit einem leichten Hang zur Dominanz.
Von Kurai könnte man meinen, das er der typische Seme (aktiver Part) ist.
Aber er ist anders. Eher verträumt und romantisch und passiv, aber er bleibt der aktive Part. Das ist jetzt schwer zu umschreiben, sagen wir so: Er ist aktiv, aber liegt unten. Ich wollte einen untypischen Seme haben, der auch Schwächen hat, aber er sollte auch intelligent sein und eine Vergangenheit haben, so dass er eine Entwicklung durchmachen konnte. Rachiel ist ja ein Engel, ich habe ihn vor über 10 Jahren entworfen und seitdem kommt er eigentlich ständig irgendwo vor. Die Handlung war schnell entschieden, nur das Ende war in meiner ersten Version anders. Es sollte Sommer werden und Yuki sollte sich auflösen. Wie man aus meinen FFs ersehen kann, habe ich einen Hang zu Dramen und dazu, meine Charaktere sterben zu lassen.

3. Hast du eine(n) Mangaka, oder eine Serie, die besonders bewunderst?

[Christina] Sehr viele sogar! Eichiro Oda (One Piece) ist klasse, er erschafft seine ganz eigene Welt und Charaktere, die weltweit eine große Fanbase haben. Clamp zeichnet einen ganzen Manga pro Monat, ihre Geschichten sind aussergewöhnlich, fantasievoll und auch die Charaktere sind unverwechselbar, zudem sind sie zeichnerisch auf sehr hohem Niveau! Natürlich auch Naoko Takeuchi (Sailor Moon), die einen gigantischen Erfolg verzeichnen konnte, aber auch viele andere, die es schaffen in einem oder mehreren Bänden etwas wundervolles zu erschaffen.

4. Haben dich deine Freunde und deine Familie beim Zeichnen unterstützt?

[Christina] Ich habe noch eine Cousine, die sehr stolz auf mich ist, das freut mich natürlich sehr. Ansonsten konnte ich es in der zeichnerischen Phase niemandem sagen, bis es einige Monate später schon öffentlich wurde. Ich bekam schon Unterstützung, aber letztlich ist man zu Hause alleine und zeichnet auch alles selbst. Es ermutigt mich natürlich wenn mich so viele Zuschriften erreichen und Ermutigungen von Lesern, die mich ja eigentlich gar nicht kennen und ich sie nicht, ich sie aber dennoch mit meiner kleinen Geschichte erreichen konnte, berühren konnte, das ist viel mehr wert, als alles an Zuspruch oder Unterstützung, was man sich vorstellen kann.

5. Warst du irgendwann unsicher, oder hast gezweifelt was dein Können angeht?

[Christina] Jede verdammte Sekunde. Natürlich zeichne ich seit vielen Jahren und immer wenn ich etwas neues anfange und denke: „Hei, das ist gut!“ Dann sehe ich mir das Bild nach ein paar Wochen nochmal an und denke, oh weh… Das ist aber etwas Gutes, da man nur so besser wird. Würde ich denken, dass ich mich nicht verbessern muss, weil ich ja gut genug bin, dann würde ich stehen bleiben und das wäre furchtbar. Kritik und Feedback und mein eigenes Urteilsvermögen ergeben eigentlich eine recht gute Mischung. Es gibt natürlich Tage, an denen ich glücklich bin, da alles genau so läuft wie ich es möchte und Tage, an denen wirklich nichts funktioniert, aber das ist normal.

6. Wie bist du zu Egmont gekommen?

[Christina] Es war ein langer und steiniger Weg. Im Sommer 1999 habe ich meine erste Bewerbung an Egmont geschickt, damals mit einer Dämonen/Magical Girl Geschichte. Über die Jahre habe ich immer mal wieder was hingeschickt, 2006 war ich sogar persönlich auf der Leipziger Buchmesse. Danach habe ich bis zum Sommer 2009 gewartet, für meine nächste Bewerbung. Dieses Mal bin ich aber hartnäckig geblieben und habe nicht aufgegeben.

7. Möchtest du einen zweiten Teil schreiben & zeichnen, oder etwas Neues beginnen? Eine Serie eventuell?

[Christina] Etwas neues ist auf jeden Fall geplant. Ich habe jede Menge Geschichten geplant, eine hat sogar 16 Bände, ich habe aber auch viele andere, die circa 4-12 Bände haben. Also ich habe noch viel vor!

8. Wie kamst du darauf im Manga-Stil zu zeichnen und nicht etwa Comics, die hier in Europa vielleicht eher bekannt sind?

[Christina] Es ging schon los, dass ich Heidi gerne gesehen habe, als Die Kickers und Captain Tsubasa/Die tollen Fußballstars liefen, wollte ich Fußballerin werden, bei Mila Superstar habe ich angefangen Volleyball zu spielen, als aber Sailor Moon kam und plötzlich die Zeitschriften voll damit waren, kam ich über die Screenfun (Mit Sailor Moon auf dem Cover) zu ACOG (ehemaliger Bestellkatalog von Anime Artikeln), wo ich erstmals Begriff (da war ich wohl 11 oder 12) dass Anime und Manga etwas anderes ist als Comics und die ganzen Serien, die ich so mochte, waren alle Anime. Im Handel gab es dann den Sailor Moon TV Comic, wo auch ein Bericht über die Manga kam und ich war sofort von den filigranen Zeichnungen begeistert. Es war so Mädchenhaft… Blumen und alles so schön, genau das wollte ich auch machen.

9. Bist du mit „Snow Flake“ auf Convention-Tour?

[Christina] Ein wenig. Die Mayersche Buchhandlung hatte mich im Oktober für acht Städte gebucht, wo ich nebst Zeichenkursen auch etwas Werbung machen konnte. Danach war ich noch in der Lehmanns Buchhandlung in Leipzig und in der Thalia Filiale in Österreich. Für den Rest des Jahres habe ich eigentlich frei, jetzt bin ich nur noch für einen Tag in Hamburg, im Sakura/El Dorado Comic und Manga Shop, wo ich ab 14 Uhr am Samstag den 4. Dezember die Bücher signieren werde. Mal schauen ob ich noch wo sein werde, das ist oft kurzfristig, aber ich stelle alle Infos auf meinen Animexx Steckbrief 🙂

10. Erinnerst du dich an deine ersten Zeichnungen? Hast du da vielleicht einen Scan?

[Christina] Oh ja… Es war eine schlechte Sailor Moon Kopie *lach* Ganz huckelig, alles abgezeichnet, viel zu große Augen, viel zu dünn und viel zu lange dürre Beinchen. Als dann meine Dragon Ball-Phase dazu kam, wurde das Ganze mit dem jetzigen Stil gemischt, das sah echt ulkig aus… Dann kamen noch Satoshi Urushihara und Clamp dazu und eigentlich hatte ich keinen eigenen Stil. Der hat sich erst viel später entwickelt. Ich bin erst Mitte Dezember wieder zuhause, da kann ich dir gerne alte Zeichnungen schicken 🙂 [Anm. Noctifer: Wird dann dem Blogbeitrag zugefügt]